People Leading.
So kann’s gehen …

Leadership kann mitunter simpel sein. Nämlich, indem man ganz einfach die Basics beherzigt.

Was ich damit meine? Zwei Beispiele dafür.

Letztens war ich bei einem literarisch-musikalischen Abend in Puchberg bei Wels. Eingeladen war Norbert Trawöger, der mit neuem Buch („Zuckerbutterbrottage“) zum einen und vielfältigem Flötenspiel zum anderen das Publikum begeisterte. Der aktuelle Geschäftsführer und künstlerische Direktor der LIVA und des Brucknerhaus Linz erzählte dabei von einer internen Veranstaltung im Brucknerhaus. Gemeinsam mit seinem Kollegen, dem kaufmännischen Geschäftsführer, beide relativ neu in ihrer Funktion, hatten sie alle Billeteur*innen, Garderobieren, Platzanweiser*innen und Mitarbeiter*innen im Kassenbereich zu einem Kennenlernen und Austausch eingeladen. Nichts weiter Spektakuläres, einfach ein unaufgeregter Nachmittag mit Snacks, Getränken und vor allem mit Gesprächen.

Das Überraschende dabei: Die eingeladenen (und fast alle auch anwesenden) Mitarbeiter*innen zeigten sich völlig überrascht – so etwas war ihnen in den vielen Jahren davor nie passiert! Nie hatte sich jemand aus dem Management in ihre „Niederungen“ herabgelassen, geschweige denn das ausführliche Gespräch mit ihnen gesucht. So einfach und so wertvoll!

Im zweiten Beispiel handelt es sich um den Verwaltungsbereich eines mit zahlreichen Expert*innen ausgestatteten Dienstleistungsunternehmens. Immer wieder sind interne Spannungen an der Tagesordnung.

In einem Coachingprozess mit den übergeordneten Führungskräften formuliere ich meine Hypothesen zu den Hintergründen dazu. Offenbar geht es bei diesen Spannungen unter anderem um das (so oft so wichtige!) Thema Wertschätzung. Und zwar Wertschätzung gleich auf mehreren Ebenen:

  • Die Mitarbeiter*innen wollen wahrgenommen werden, also gesehen und gehört. Ernst genommen mit anderen Worten. Als Menschen gleichen Werts wie alle anderen – egal, wie brillant andere, auch wenn sie Expert*innen sind, auch sein mögen.
  • Sie wollen offenbar ebenso, dass ihr Beitrag zählt. Dass es nicht egal ist, ob sie da sind und einen guten Job machen oder nicht. „Mattering“ wird das genannt – die kleine Schwester von „Meaning“.
  • Und last but not least wollen und verdienen sie eine Rückmeldung zu ihrer Leistung und ihren Anstrengungen – mit besonderem Fokus auf Gelungenes. Die alte Losada-Formel („Das optimale Verhältnis von positivem zu kritischem Feedback lautet 4:1 bis 5:1“) lässt grüßen.

Zumindest bei den ersten beiden Punkten sehe ich eine starke Parallele zum ersten Beispiel, vermutlich gibt es die auch beim dritten.

People Leading hat demnach viel mit People Understanding zu tun – nämlich die Grundbedürfnisse zu kennen und zu verstehen, sie wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Wenn man die beherzigt, sie zu zumindest zur Kenntnis nimmt, ernst nimmt, ist ein großer erster Schritt getan. Und weitere wertvolle können folgen.

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