Der WOW-Effekt

Ein Dauerbrenner bei vielen meiner Kunden: Motivation. Im doppelten Wortsinn – denn im Optimalfall „brennen“ alle Menschen im Unternehmen für ihre Aufgaben und für das große Ganze. Die Realität sieht oft anders aus – deshalb die häufige Frage: Wie kann ich an der Motivationsschraube drehen?

Die schlechte Nachricht vorweg: Andere zu motivieren – das klappt nicht. Sorry. Selbst nach jahrelanger Arbeit mit Organisationen, Teams und den Menschen darin habe ich den Schalter dafür nicht entdecken können. Weil es ihn schlicht nicht gibt. Zumindest nicht außerhalb des Menschen.

Alles, was man tun kann – und das ist eine ganze Menge! – ist, ein förderliches Umfeld zu schaffen, in dem Menschen zu ihrer Höchstform auflaufen können. In denen es ihnen große Freude macht, produktiv zu sein. Ein Umfeld, das die Funken springen lässt. Ein Umfeld, das sowohl „das große Wow“ als auch „das kleine Wow“ ermöglicht.

Das kleine Wow

Klein im Sinn von individuell. Was ist das Ihre, was machen Sie besonders gerne? Was lässt Ihr Herz höherschlagen? Unter welchen Bedingungen lieben Sie es zu arbeiten, wann fühlen Sie sich ganz in Ihrem Element? Wenn Sie das beantworten können, haben Sie Ihr persönliches Wow gefunden.

Dann braucht es bloß noch die Chance, das auch tatsächlich leben zu können. Womit wir bei der Bedeutung von Organisationsgestaltung und Führung gelandet wären. Mein Appell an die dafür Verantwortlichen: Sorgen Sie dafür, dass alle Ihrer Mitarbeiter*innen und Kolleg*innen regelmäßig Gelegenheiten haben, ihr persönliches Wow erleben zu können. Wenn Sie das hinkriegen, werden Sie quasi im Handumdrehen weitere wesentliche Fragen knacken. Etwa die Bereitschaft zu Eigeninitiative, Mitgestaltung und Innovation. Oder die Beteiligung an Prozessen der Veränderung und Weiterentwicklung.

Das große Wow

Groß im Sinn von umfassend, organisational – „corporate“ auf Neudeutsch. Das große Wow ist das Wofür. Der Sinn, der Purpose. Wozu soll man sich hier besonders anstrengen? Was leistet das? Was wird damit ermöglicht? Wem nutzt das? Gelingt es Ihnen, eine Story zu formulieren und zu erzählen, die Sinn macht? Die alles umfasst? Die für alle verständlich und gut nachvollziehbar ist? Und die alle im Unternehmen auch als sinnvoll und sinnstiftend erleben?

Dann haben Sie gewonnen.

Zumindest für den Moment. Denn natürlich braucht es ab und an eine Erneuerung dieser Story – zumindest eine Bekräftigung. Sie muss immer wieder erzählt oder – noch besser – vorgelebt werden.

Aber Vorsicht: Wenn Sie sich damit abmühen, Ihre Skeptiker*innen so lange zu betexten, bis sie sich überzeugt auf Ihre Seite schlagen, dann ist an der Story etwas faul. Je genialere Mittel nötig sind, umso schwächer der Inhalt, so der etwas gewagte Umkehrschluss.

Also besinnen Sie sich auf eine wirklich stimmige Gesamtstory und halten Sie die Grundbotschaft so einfach und klar wie möglich. Nehmen Sie jene Menschen mit auf Ihre Reise, die Ihre Begeisterung für das große Wow auch wirklich teilen. Allfällige Trittbrettfahrer*innen und destruktive Bremser*innen brauchen gar nicht erst einzusteigen.

Großes und kleines Wow kombiniert, das Nonplusultra

Stellen Sie sich vor, Sie haben beides. Sowohl den Sinn im umfassenden Großen als auch die Erfüllung im persönlichen Kleinen. Eine tolle Vorstellung, nicht? Wenn Sie jetzt sagen, genau das ist meine berufliche Realität, dann gratuliere ich Ihnen aus vollem Herzen. Und rufe Ihnen zu: Schauen Sie zu, dass Sie sich das bewahren können, indem Sie es auf beiden Ebenen immer wieder erneuern und neu aufladen.

Wenn Sie Lust haben, an Ihrem Wow – egal ob groß oder klein, in welcher Weise auch immer – zu arbeiten, freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

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