Heute säen, morgen ernten – ein Garten mit Aussicht

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem gemütlichen Lehnstuhl vor einem Landhaus, jedenfalls einem Haus mit größerem Garten. Sie blicken in den Garten hinein. Es ist ein Garten, der Potenzial hat, der sich entwickeln darf. Ein Garten, der Ihnen durchaus vertraut ist. Er repräsentiert nämlich den Bereich, den Sie in Ihrer beruflichen Zuständigkeit verantworten.

Der Panoramagarten, der Garten mit Aussicht ist eine starke Metapher. Eine Metapher, die vielerlei Anregungen und Impulse bietet – insbesondere für verantwortungsvoll und umsichtig agierende Menschen, die ihren Verantwortungsbereich zukunftsträchtig gestalten wollen.

Was gehört nun alles dazu, um sich gut und zukunftsfit auszurichten? Es stellen sich viele essenzielle Fragen – sowohl aus Führungssicht wie auch aus der Gärtnerperspektive …

Wie wird sich das Umfeld künftig entwickeln? Wohin strebt der Markt? Welche Tendenzen kann ich bei meinen Kunden erkennen? Bzw. bei denen, die früher einmal meine Kunden waren? Welche Botschaften haben sie für mich? Oder jene, die noch nicht zu meinen Kunden zählen? Was machen die anderen Player am Markt, die Wettbewerber, Lieferanten und Kooperations­partner? Wie gestaltet sich der Arbeitsmarkt der Zukunft? Was führt der Gesetzgeber im Schilde? Und nicht zuletzt: Wie wird sich wohl mein Unternehmen mit seinen Mitarbeiter*innen und Führungskräften weiterentwickeln?

In der Sprache des Gärtners: Wie sehen die für seinen Garten relevanten Umweltbedingungen aus, das Umfeld, die Bodenbeschaffenheit, die klimatischen Einflüsse?

Wohin soll sich mein Verantwortungsbereich entwickeln? Wie lautet die Mission? Welchen Auftrag geben wir (oder andere) uns? Welche Existenzberechtigung erkennen wir, welchem Zweck dient mein Verantwortungsbereich bzw. welchem Zweck soll er künftig dienen?

Wofür kommt der Gärtner an diesen Ort? Was beseelt ihn dabei, welche größere Idee verfolgt er dabei?

Welche Prinzipien, welche Werte, welche Grundhaltungen leiten mich in der Ausgestaltung meines Verantwortungsbereichs? Welche Stärken und Qualitäten zeichnen ihn aus? Was ist das Besondere, wo genießen wir einen Vorsprung, vielleicht sogar eine Alleinstellung?

Wie versteht der Gärtner sein Handwerk der Gartengestaltung? Was muss unbedingt sein, was sind absolute No-Go’s? Welche Handschrift entspringt seinem grünen Daumen?

Welche Vision, welche neuen Errungenschaften streben wir an? Welche Ziele wollen wir wann erreicht haben? Für welche strategische Ausrichtung entscheiden wir uns?

Welche Früchte will der Gärtner künftig ernten?

Und welche Wege werden zur Erreichung dieser Ziele eingeschlagen? Inwiefern erlaubt man sich Anpassungen und Korrekturen des eingeschlagenen Wegs?

Was braucht es an regelmäßiger Pflege? Was erzählt mir mein Garten, wo zeigt er mir, dass ich richtig liege, wo, dass er etwas anderes braucht, um sich entfalten zu können?

Es läuft also ganz wesentlich auf das Vorwegnehmen der künftigen Ernte hinaus:

  • Wie muss man seinen Garten heute bestellen, damit er zum angestrebten Zeitpunkt die gewünschten Früchte hervorbringt?
  • Welche Pflänzchen von heute sollen wachsen und sich zu voller Pracht entwickeln?
  • Und welche dürfen getrost vernachlässigt, vielleicht sogar ausgerissen werden? Natürlich unter Berücksichtigung der Weiterentwicklung der gesamten Landschaft aller Stakeholder.

Übrigens: Das Panorama anvisieren bedeutet auch, über die Details hinwegzublicken. Sich nicht in den unzähligen Kleinigkeiten zu verzetteln. Sondern das große Ganze betrachten. Eine kreative Spannung zwischen nah und fern. Mit der Weite im Blick jetzt genießen. Hier verweilen, um sich anschließend auf den Weg Richtung Zukunft zu machen. Heute säen und pflanzen, um für jene Herausforderungen gut vorbereitet zu sein, die sich in der Ferne schon ankündigen.

Und die Elemente einladen, synergetisch zusammenzuwirken. Mit der Kraft der Sonne wird das Feuer der Begeisterung entfacht. Die Klarheit der Luft und des Ausblicks bringen innovative Ideen. Der nahe Zugang zum Wasser ermöglicht nicht nur Entspannung und Genießen, sondern schafft auch Raum für das Emotionale. Und natürlich die Erde, der Boden, der alles trägt, aus dem alles wächst. Der letztlich die wichtigen Früchte hervorbringt. Früchte, die wiederum sinnbildlich für das Zusammenwirken der vier Elemente stehen.

Je turbulenter und ungewisser die Zeiten, umso komplexer und herausfordernder wird dieser Weitblick, dieser Blick in die Ferne, den der Panoramagarten bietet. Jedoch auch umso wichtiger, denn auch das Bedürfnis nach Orientierung steigt mit der Ungewissheit. Die besten Kapitäne vermitteln selbst im Sturm Vertrauen und geben die Richtung vor. Sie bewahren den Fokus auf die wesentlichen Aspekte. Weil sie sich in ruhigeren Phasen darauf vorbereitet haben.

Deshalb hier noch eine kurze Trance-Anleitung, entnommen aus dem Buch „Coaching schafft Räume. Von der Mentalen Kraftkammer in die Zukunftswerkstatt – kreative Interventionen, wirksame Lösungen“ (Theuretzbacher, 2017, S. 169):

„Du trittst aus deinem Haus ins Freie und befindest dich in einem Garten … in deinem Panoramagarten …..
Du kannst dir eine Auszeit nehmen. Dir einige Momente gönnen. Innehalten, vielleicht auch genießen … Ein Panorama an Möglichkeiten für dich und deinen Verantwortungsbereich tut sich auf … Was kommt dir in den Sinn, wenn du den Blick in die Ferne schweifen lässt? … Vielleicht ist es die künftige Welt deines Verantwortungsbereichs … wohin du blickst, zu welchem Ziel du dich eventuell aufmachen wirst, woher die attraktivsten Lockrufe tönen … das Spektrum an Möglichem erscheint einladend und vielfältig … Panorama, Rundum-Blick, Ausblick … Welche attraktiven Perspektiven tun sich auf, welche Ziele und Wege werden sichtbar, bieten sich an? Wohin zieht es dein Auge, wo bleibt es hängen, wohin schweift dein Blick immer wieder zurück? … Lockrufe aus der Zukunft … wer oder was macht sich bemerkbar, spricht dich an? … In welche Richtung zieht es dich, welche Impulse kannst du spüren, wohin willst du dich aufmachen? … Oder ist es schon genau richtig, wie es ist, in deinem Panoramagarten? … Dein Panoramagarten, ein wohltuender Ort, an dem alles so sein kann und sein wird, wie es sein soll …“

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