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25.07.2007 | So ein Theater .....!
So ein Theater! Was wird denn hier gespielt …?


„Unglaublich, was letztens in unserer Firma wieder los war: … Das gibt es nur bei uns. Woanders wäre das nicht möglich …“
In dieser Tonart werden gerne Ereignisse aus dem eigenen betrieblichen Umfeld erzählt. Kommentare wie „Ärgerlich!“, „Furchtbar!“, „Kaum zu fassen!“ etc. sollen den Geschichten und dem eigenen Schicksal noch einiges an Dramatik hinzufügen.

Blicken auch Sie sich öfters in Ihrem Unternehmen um, schütteln leise den Kopf und denken sich ähnliches? Reagieren auch Sie des Öfteren fassungslos oder verärgert auf das Treiben rundherum?


Hier, dort und anderswo

Eine befreundete Unternehmensberaterin hat einmal sinngemäß gesagt: „Es ist faszinierend, wie Organisationen funktionieren. Und vor allem ist es immer wieder faszinierend, dass sie funktionieren.“

Als Berater-Nomade, der ich meist nur ein vorübergehender, kurzer Besucher bin, treffe ich häufig auf MitarbeiterInnen und Führungskräfte, die über die Situation im eigenen Unternehmen mehr oder weniger heftig den Kopf schütteln. Erzürnt, auf 180, knapp vor dem Explodieren oder frustriert, genervt, entmutigt, knapp vor der endgültigen Resignation.

Und – völlig klar – wenn Sie in einer solchen Situation sind, interessiert es Sie natürlich nicht, wo überall sonst ähnliches passiert. Das alleine verschafft noch keine Erleichterung.

Vor allem, wenn der Leidensdruck groß ist, sich vielleicht schon jahrelanger Frust aufgestaut hat, sich keine Alternativen aufdrängen und ein Gefühl des fast ohnmächtigen Ausgeliefert-Seins dazukommt.


Welches Stück wird hier eigentlich gespielt?

Tröstlich könnte es allerdings sein, sich als Mitspieler/in in einem absurden Theaterstück, einem Kabarettprogramm zu betrachten. Einer Posse, wie sie häufig vorkommt. Einer Posse, wie sie sich ja vielleicht gerade jetzt, wo Sie dies lesen, Hunderte oder Tausende Male gleichzeitig auf diesem Planeten abspielt.

Gelingt es Ihnen, ein klein wenig zu schmunzeln, wenn Sie sich die folgende Liste an möglichen Spielchen im Alltag einer Organisation ansehen?

  • Reviere erobern, markieren und verteidigen
  • Anderen ans Bein pinkeln
  • Die Gerüchteküche am Brodeln halten
  • Am Stuhl des Chefs, der Chefin sägen
  • Sich in der Rollen des armen, bemitleidenswerten Opfers suhlen
  • Den Wanderpokal Verantwortung hin- und herschieben
  • Beauty-Contest (oder: „Liebe Mächtige, seht doch, wie gut, schön, kompetent, formbar etc. ich bin!“), eine Unterform von
  • Tarnen und Täuschen: kreative Formen, Arbeitsumfang, Leistung und Kompetenz darzustellen
  • Die Kompetenz anderer lautstark in Frage stellen
  • Mit Motivationsprogrammen Demotivation erzeugen
  • Wichtige Themen ins betriebliche Abseits befördern (z. B. indem man daraus ein Projekt macht …)
  • Kuschelecke: den Harmonie- und Teamgedanken über alles andere stellen
  • Und viele andere mehr …!



Und was ist jetzt meine Rolle dabei …?

Schön, wenn Ihnen die Liste ein Lächeln entlockt. Noch schöner, wenn Sie dieses innere Lächeln, dieses Schmunzeln-Können mitnehmen in den sonst so ernsthaften Alltag. Zumal die damit einhergehende Leichtigkeit sowie das Abstand-Nehmen zur Stress-Situation Ihnen völlig neue Möglichkeiten verschafft.

Möglichkeiten zu agieren, zu reagieren, gelassen zu bleiben, humorvoll mitzuspielen oder den/die Verärgerte/n zu mimen oder innerlich doch eher in den Zuschauerraum (jedenfalls in eine beobachtende Perspektive) zu wechseln, dem Stück einen Titel, eine Überschrift zu geben, die Schauspieler/innen mit neuen Masken und Requisiten auszustatten und vielleicht sogar das Stück mangels Erfolgs beim Publikum vom Spielplan abzusetzen ...


Noch ein Buchtipp zum Weiterschmunzeln: Scott Adams, „Das Dilbert-Prinzip“ (sowie alle Folgebände) – die äußerst amüsante Annäherung an „Die endgültige Wahrheit über Chefs, Konferenzen, Manager und andere Martyrien“!



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