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26.04.2008 | Sich an Ressourcen orientieren
„Sich an Ressourcen orientieren“ – ein kleiner Beitrag zur Sprachentwirrung

„Ressourcen“, ein häufig strapazierter Begriff, wenn es um Entwicklungs- oder Veränderungsprozesse geht. Jedoch Vorsicht: PsychologInnen meinen mit „Ressourcen“ meist etwas ganz anderes als UnternehmensberaterInnen.
Ich verstehe mich ja als sowohl als auch, trage beide Logiken in mir – daher wage ich hier einen Einblick in Psycho- und Business-Jargon. Und leiste somit hoffentlich einen kleinen Beitrag zur Sprachentwirrung.

Zuerst das Gemeinsame: Das Wort Ressourcen bezeichnet im Verständnis beider Ansätze das, was da ist. Quasi die Grundausstattung, worauf ich als Handelnder zugreifen kann.

Begeben wir uns zunächst in die Welt des Business. Dorthin, wo es um Ergebnisse geht, um Profit, Umsätze, Deckungsbeiträge und Kosten.
  • Da denken wir beim Begriff Ressourcen an Personaldaten, Köpfe, Mannjahre, Arbeitsstunden, auch an Budgets, Materialien, Arbeitsmittel usw.
  • Ressourcen können, ja müssen sogar gemessen, gezählt, kalkuliert und geplant werden.
  • Ressourcen sind praktisch immer knapp und beschränkt – so verstanden engen sie eher ein, stellen wesentliche (knappe) Rahmenbedingungen für das Handeln dar.
Dieses Verständnis von Ressourcen ist demnach geprägt durch das Paradigma der Knappheit bzw. des Mangels.

Im Unterschied dazu: Was meine ich als Psychologe, wenn ich von Ressourcenorientierung spreche?
  • Ich verstehe darunter das vielfältige Repertoire, das ein Mensch zur Verfügung hat. Sein Repertoire an Fähigkeiten, Stärken, Talenten, Fertigkeiten und wertvollen Erfahrungen.
  • Ganz im Sinne des Wortstamms „Source“, „Quelle“. Pathetisch formuliert die Quelle der Inspiration, die Quelle, aus der ich schöpfen kann.
  • Die Vielzahl an Möglichkeiten, die ich in mir trage.
Sie sehen schon: Dahinter steht das Paradigma der Fülle. In diesem Sinne sind Ressourcen kein knappes Gut, sondern ein reich gefüllter Fundus, eine Schatzkiste, in der ich kramen und aus der ich mich bedienen kann.

Gut möglich, dass Vertreter dieser zwei Seiten des Öfteren aneinander vorbei reden. Kein Wunder bei so unterschiedlichen Konzepten, die sich dahinter verbergen.

Und doch leistet gerade dieses Missverständnis, diese Doppeldeutigkeit oft ganz gute Dienste ...
Lesen Sie nächsten Monat an dieser Stelle, wie sich dieser psychologische Zugang zu Ressourcen erfolgreich nutzen lässt.


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