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17.02.2008 | Plauderei aus dem Nähkästchen (Teil 2)
Plauderei aus dem Nähkästchen (Teil 2)

Letztens war hier von gelingenden Feedback-Prozessen die Rede.
Von der Theorie her ganz nett, werden Sie vielleicht sagen.
Aber wie schaut das dann in der Praxis aus?

Genau so, nur um einiges spannender.

Der erweiterte Führungskreis eines kleineren Dienstleistungsunternehmens, ca. 10 Personen, überwiegend Männer. Die alljährliche Unternehmensklausur – diesmal geht es darum, wesentliche Weichen für ein deutliches Wachstum zu stellen.
Startrunde in den zweiten, abschließenden Klausurtag. Der Rückblick auf den 1. Tag fällt gemischt aus: zum einen große Zufriedenheit mit der neuen Strategie des Durchstartens, dazu spürbare Aufbrauchstimmung. Zum anderen wie schon am Vortag einige kritische, tlw. scharfe, giftige Zwischentöne, die sich mehr auf das Miteinander beziehen.
Auch mein Statement geht in diese Richtung. Ich rege an, dass wir uns dieser persönlichen, zwischenmenschlichen Ebene zuwenden. Und erst im nächsten Schritt die offenen Organisationsthemen anpacken. Denn ich bin überzeugt, dass der offene Austausch unter vier Augen das ermöglichen kann, was noch zum völligen Stimmungsumschwung Richtung „Wir schaffen es!“ fehlt.

Die Anleitung zum Feedback entspricht ganz dem letztens hier beschriebenen Schema und knüpft auch an den – spirituellen – Einstieg in die Klausur an => siehe Flip-Chart-Foto oben.

Es verläuft dann recht unterschiedlich. Manche sind bereits nach 1 Runde vollauf zufrieden und nutzen die weiteren Runden für lockere Gespräche. Andere äußern da einen wesentlich höheren (Nachhol-)Bedarf. Wie einigen uns auf 4 Runden – mit der Option, dass dies nach der Klausur fortgesetzt werden kann.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Erleichterung, auch emotionale Betroffenheit, die Gespräche dürften sehr konstruktiv gelaufen sein, denn die Atmosphäre in der Gruppe ist deutlich gelöster. Viele berichten, es wäre genau das Richtige gewesen, auf diese zwischenmenschliche Ebene zu gehen. Dort sich mal Luft zu machen und dem anderen zu ermöglichen, dass er sich Luft macht, durch bereitwilliges Zuhören.
Sie erinnern sich? „Schweigen, schlucken, Danke sagen“, so lautet die Vorgabe für die, die Feedback erhalten.

Nun sind einige Monate vergangen, und das Unternehmen hat sich gut weiterentwickelt. Ich behaupte nicht, dass dies allein auf diese Aussprachen zurückzuführen ist. Ein wichtiger Schritt in Richtung gelingende Zukunft war es auf jeden Fall …



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